Die Geschichte einer 42 Kilometer Wanderung: Die Recken

Verfasst am 5. März 2018, von in Freizeit, Wandern.

Es war einmal vor langer, langer Zeit, da entschieden sich zwei wackere Recken, den IVV Marathon-Cup zu bestreiten. Dabei müssen sie innerhalb eines Jahres insgesamt acht Marathon erfolgreich absolvieren um am Ende dieser tollkühnen Aufgabe mit Ruhm und Ehre überschüttet zu werden (oder auch nicht). Ob es bei der Entscheidung sich diese Aufgabe aufzubürden um Größenwahn, Selbstüberschätzung, Dummheit oder einer Bierlaune handelte, ist historisch nicht mehr eindeutig nachvollziehbar. Die zwei Recken teilten ihren ausgefuchsten Plan ihren Freunden mit, welche allesamt freundlich aber bestimmt ihr Desinteresse kundtaten. Bis auf Einen. Auf Grund seines hohen Alters und körperlichen Zerfalls konnte er seine favorisierte Sport namens Fußball, welche den zwei Recken bisher vollkommen unbekannt war, nicht mehr wie gewollt ausüben und schloss sich ihnen an.

Und so startet am gestrigen Tag der erste Teil dieser heroischen Aufgabe. Die drei Freunde fanden sich früh am morgen zusammen und um mit ihrem magischen Schlitten, welcher durch eine durchsichtige und nicht alkoholische Flüssigkeit angetrieben wird, zum Startpunkt in Fulda Horas zu reisen. Dort angekommen stärkten sich sich unsere Helden bei einem ausgiebigen Frühstück um anschließend mit vollem Tatendrang der Aufgabe zu stellen. Allerdings verletzte sich einer der Recken – nennen wir ihn Herr Zobias – bereits bei der Anreise ziemlich schwer. Nichtsdestotrotz unterdrückte er seinen Schmerz und es konnte endlich losgehen.

Und so startete nun endlich die Reise unserer drei Recken ins Unbekannte. Gut gestärkt und überwältigt von dem wunderbaren Wetter, vergaßen sie schnell die ganze Anstrengung. Gut gelaunt, Hand-in-Hand singenden, nahezu knapp über dem Boden schwebend und ihre Namen in den Schnee tanzend kamen sie gut voran. Bereits nach kurzer Zeit hatten unsere Recken schon 21 Kilometer hinter sich gelassen und kehrten in ein Wirtshaus für eine kleine Erfrischung ein. Dort hatten sie die Auswahl aus fünf verschiedenen frisch vom Fass gezapften Bieren, welche sie natürlich dankend annahmen und auch ausprobierten. Durch ihr freundliches und charmantes Auftreten wurde ihnen von den einheimischen Bewohnern sogar Feuerwasser ausgegeben.

Siegesgewiss und Freudentrunken (und durch das Feuerwasser angetrunken) wähnten und redeten sich die Recken bereits zur Halbzeit ins Ziel, nicht wissend was da noch kommen wird. Denn auf dem Rückweg zum Start zeigte der Weg auf einmal seine hässliche Seite. Während die Helden anfangs noch durch idyllische Landschaften zogen, stellten sich ihnen jetzt verhexte Berge in den Weg. So mussten sie auf dem Weg zurück nur mit den Händen gegen böse Wölfe kämpfen, kleine Kinder aus Knusperhäuschen retten, verhexte Prinzessinnen aus ihrem Schlaf küssen und Stroh zu Gold spinnen, während sie gleichzeitig im meterhohen Schnee auf 8000 Höhenmeter bei fast senkrechter Steigung heraufkraxeln mussten.

Aber trotz aller Widrigkeiten, die der verhexte Weg unseren Recken in den Weg stellte, schafften sie es am Ende trotzdem irgendwie den Weg zu bezwingen. Erschöpft aber glücklich kamen sie wieder bei ihrem magischen Schlitten an, zählen die Blasen an ihren Füßen und reisten wieder zurück in die Heimat. Und so haben unsere Helden nur noch sieben Marathon vor sich. Fortsetzung folgt…

PS: Auf Grund des Deliriums und der daraus induzierten posttraumatischen Belastungsstörung des Schreibers dieser Zeilen könnte die Geschichten in kleinen Details von den tatsächlichen Geschehnissen abweichen.

PPS: Einer unserer Recken, der Herr Zobias, welcher sich trotz starker Schmerzen nicht beirren lies und dennoch die 42 Kilometer schaffte, erlief zudem als Erster im Verein die 1000 Kilometer in der IVV Kilometerwertung. Herzlich Glückwunsch und auf die nächsten 1000 Kilometer, aber dann hoffentlich ohne Schmerzen.

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